Würzburg, 21. Juli 2003

In keiner Klasse mehr als 25 Schüler

WÜRZBURG (WBA) Die bayerische Bildungspolitik stand im Mittelpunkt einer Mitgliederversammlung des FDP-Kreisverbands Würzburg-Stadt. Der Stimmkreiskandidat der Liberalen für die Landtagswahl am 21.September, Moritz Kracht, sprach.

"Wir fordern eine groß angelegte Bildungsreform", machte der 22 Jahre alte Kandidat, der Politikwissenschaft, Soziologie und Öffentliches Recht studiert, deutlich. Anfangen möchte Kracht damit bereits im Kindergarten. Als "eine Art spielerische Vorschule" müsse das letzte Kindergartenjahr für alle verpflichtend, aber auch kostenfrei werden.

Die Grundschule solle in kleinen Klassen den Kindern Selbständigkeit, Gemeinschaftssinn und Teamarbeit vermitteln. Überhaupt sollten an allen Schulen "nicht mehr als 25 Schüler" in einer Klasse sein, betonte Kracht. "Das ist für uns ein ganz wichtiger Punkt." Der Übertritt an weiterbildende Schulen solle sich künftig nicht mehr nur nach dem Notendurchschnitt richten.

Am dreigliedrigen Schulsystem wolle die FDP festhalten, doch strebe sie eine höhere Durchlässigkeit zwischen den Schularten an, so Kracht. An den Hauptschulen seien die M-Klassen, die zur Mittleren Reife führen, auszubauen. An den Realschulen müssten die Fremdsprachen-Kenntnisse der Schüler ebenso verbessert werden wie deren Umgang mit "alltäglicher Software".

Am Gymnasium sollten sich die Schüler "aktiver mit dem Stoff auseinandersetzen". Wirtschaft, Sozialkunde und Elektronische Datenverarbeitung (EDV) sollten verstärkt unterrichtet, dafür die Lehrpläne an anderer Stelle "entrümpelt" werden. In der 11. Klasse seien 85 Prozent des Stoffs eine Zusammenfassung früherer Schuljahre. Kracht befürwortet das Abitur nach 12 Jahren.

Den Beamtenstatus für Lehrer hält Kracht für "nicht notwendig". Diese sollten mal ein Jahr in der freien Wirtschaft arbeiten können. Die Jahrgangsstufen sollten durch Semester ersetzt, die "pädagogische Ganztagsschule" solle flächendeckend als Angebot eingeführt werden.

Ein Fünf-Punkte-Programm stellte der FDP-Direktkandidat für den Bezirkstag, Marco Graulich, vor. Der 32 Jahre alte Diplom-Informatiker möchte sich für die Schaffung eines "Verkehrsverbunds Mainfranken" einsetzen, für einen Ausbau der regionalen Wirtschaftsförderung, gegen Kürzungen bei der Jugendförderung, für Psychotherapie-Plätze ohne Wartelisten ("derzeit bis zu einem Jahr") sowie für die Kultur.


Neueste Nachrichten


  • 23. Dez. 20
    Newsletter
  • 24. Nov. 20
    Neues aus der FDP Unterfranken
  • 24. Nov. 20
    Aus dem Landtag: Dr. Helmut Kaltenhauser, MdL
    Bericht
    Die Corona-Pandemie beschäftigt das Parlament.  Seit Beginn der Pandemie und dem lock-down im März geht es im Landtag in vielen Bereichen darum, wie wir den Branchen, die von den Corona-Maßnahmen besonders betroffen sind, helfen können. Hierzu wurden milliardenschwere Hilfsmaßnahmen durch den Bayerischen Landtag verabschiedet. Dazu zählt auch der BayernFonds. Mit...
  • 24. Nov. 20
    Aus dem Bundestag: Prof. Dr. Andrew Ullmann, MdB
    Bericht
    Der November war geprägt von den US-Wahlen, dem momentanen Lockdown „light“ und wie wir damit umgehen sollen. Er war aber auch geprägt von der berechtigten Hoffnung auf einen oder mehrere Impfstoffe gegen COVID-19. Diese können uns vielleicht schon in den nächsten Monaten in die Lage versetzen, besonders vulnerable Gruppen in Gesundheitseinrichtungen und Pflegeheimen...