Würzburg besser auf Hitze vorbereiten
Würzburg besser auf Hitze vorbereiten
FDP setzt auf Eigenverantwortung und pragmatische Lösungen
Die zunehmende Hitzebelastung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zeigt, dass sich Würzburg besser auf längere Hitzeperioden vorbereiten muss. Besonders ältere und pflegebedürftige Menschen benötigen wirksamen Schutz. Die FDP Würzburg fordert deshalb eine kommunale Strategie, die private Investitionen erleichtert und die Eigeninitiative von Eigentümern und Betreibern stärkt.
„Hitzeschutz beginnt mit Verantwortung vor Ort. Betreiber von Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen Einrichtungen müssen ihre Gebäude und Abläufe auf längere Hitzeperioden vorbereiten und dort investieren, wo es notwendig ist. Die Stadt sollte Genehmigungsverfahren beschleunigen und bürokratische Hindernisse abbauen“, sagt Lucas von Beckedorff, Vorsitzender der FDP Würzburg.
Kritisch bewertet die FDP den Vorstoß von Bundesumweltminister Carsten Schneider, den Hitzeschutz als neue Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz zu verankern. „Eine langwierige Verfassungsdebatte schafft weder Schatten noch kühlere Räume, sondern dient lediglich der Eigenprofilierung. Sie verwischt Zuständigkeiten und öffnet die Tür für neue dauerhafte Ausgabenprogramme. Angesichts der enormen Ausgaben des Bundes, der mangelhaften Priorisierung der Staatsausgaben und in Folge der weiter enorm steigenden Verschuldung, darf nicht für jede Aufgabe ein neues Förderprogramm aufgelegt werden. Auch die Länder müssen ihre Aufgaben angemessen finanzieren. Werden die Kommunen etwa bei Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen entlastet, bleibt ihnen mehr Geld für notwendige Investitionen vor Ort“, betont von Beckedorff.
Bei bestehenden Gebäuden können nach Meinung der FDP außenliegender Sonnenschutz, bessere Lüftungsmöglichkeiten oder begrünte und verschattete Außenbereiche die Belastung verringern. Wo diese Maßnahmen zum Schutz besonders gefährdeter Menschen nicht ausreichen, muss auch eine energieeffiziente technische Kühlung möglich sein. Die Verantwortung dafür bleibt grundsätzlich bei den jeweiligen Eigentümern und Betreibern. Ein begrenzter kommunaler Investitionsanreiz kann zusätzliche private Investitionen anstoßen, darf diese Verantwortung aber nicht ersetzen.
Darüber hinaus sieht die FDP Potenziale bei kostenlosen Trinkwasserstellen und kurzfristigen Verbesserungen an stark aufgeheizten Plätzen. Mobile Stadtbäume, Pflanzkübel oder Sonnensegel können dort Abhilfe schaffen, wo eine dauerhafte Begrünung nicht kurzfristig möglich ist oder städtische Events einschränken würde. Geeignete öffentliche Gebäude sollen während ausgeprägter Hitzewellen als frei zugängliche „Cool Spots“ dienen. Mit einem freiwilligen Label könnten sich auch Geschäfte und Gastronomiebetriebe beteiligen.
Besonderes Augenmerk richtet die FDP auf Schulen und Kindertagesstätten. Außenbereiche können schrittweise entsiegelt, begrünt und besser verschattet werden. Bei hitzeanfälligen Innenräumen haben bauliche Maßnahmen Vorrang. Wo diese nicht ausreichen, soll auch eine energieeffiziente technische Kühlung geprüft werden. Zudem sollten wirtschaftlich sinnvolle Verbesserungen der Klimatisierung von Bussen und Straßenbahnen vorangetrieben werden.
„Der Staat kann nicht jede Maßnahme selbst organisieren und finanzieren. Seine Aufgabe ist es, öffentliche Einrichtungen bedarfsgerecht auszustatten und zugleich Bürgern, Unternehmen und Betreibern eigene Lösungen möglichst einfach zu machen. So entsteht wirksamer Hitzeschutz, ohne neue Bürokratie und dauerhafte Subventionen“, führt von Beckedorff abschließend aus.